Von: Heike Kerner

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23. Deutscher Berufsschultag in Bamberg

Als Frau Kusche uns Referendare von diesem Termin in Kenntnis setzte, war ziemlich schnell entschieden, dies ist uns allen eine Fahrt nach Bamberg wert! 

Der Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS) veranstaltete vom 12. – 14. November 2009 den 23. Deutschen Berufsschultag in Bamberg.


Am 13.11.09 war es dann für uns soweit.

Im Foyer der Konzert- und Kongresshalle in Bamberg fand zunächst eine umfangreiche Lehr- und Lernmittelausstellung sämtlicher Verlage statt. Die Hauptveranstaltung erfolgte im Joseph-Keilbert-Saal. Das Motto „Berufliche Schulen erschließen Welten“ lud dazu ein, den Blick auf den Stellenwert der beruflichen Bildung zu richten und zu stärken.  Frau Heller vom Bayerischen Rundfunk begleitete das Publikum durch die Hauptveranstaltung, welche von einer kleinen Besetzung der Bamberger Symphoniker eröffnet wurde.

Dr. Ludwig Spaenle – Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus – brachte in seinem Festvortrag zum Ausdruck, dass die Hauptaufgabe darin bestünde, eine „Brücke zum Beruf“ zu errichten d.h., die Berufliche Schulen und Mittel-/Hauptschulen miteinander zu stärken. In Zukunft zeichne sich immer mehr das Duales System ab (40% der Studenten erreichen die Hochschulreife über den sogenannten „Zweiten Bildungsweg“).

Auch Manfred Kremer – Präsident Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) – hielt u.a. ein Referat zum Thema Berufspädagogik und -politik und verdeutlichte einige Neuerungen der Berufsausbildung des Zweitem Bildungsweges.

Anschließend wurde über das Thema „Berufliche Schulen erschließen Welten“ diskutiert. Gesprächsteilnehmer waren Prof. Dr. Thomas Bals – Universität Osnabrück –, Prof. Dr. Eckart Severing – Forschungsinstitut Betriebliche Bildung –, Dr. Ludwig Spaenle – 1. Vizepräsident der Kultusministerkonferenz – und Beat Wenger – Zentralpräsident Berufsbildung Schweiz.

Abschließend forderte Berthold Gehlert – der Vorsitzende des Bundesverbandes der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS) – eine Staatliche Koordinierungsstelle für Berufliche Bildung. „Wir brauchen eine Steuerung aus einer Hand“, so Gehlert „mit Blick auf das starke Ungleichgewicht bei den Zuständigkeiten im dualen System der Berufsausbildung. Die betriebliche Ausbildung ist bundeseinheitlich als Recht der Wirtschaft“ geregelt, während der schulische Teil der Berufsausbildung vom Kulturföderalismus der 16 Bundesländer geprägt sei. „Abstimmungsprozesse zwischen Wirtschaftsseite und Schulseite sind immer noch ein Verhandlungspoker zwischen Ungleichen“ betont Gehlert.

Jung und modern umrahmten Viva Voce – eine A Cappella Band aus Ansbach – die Festveranstaltung; und dies gelang ihnen ganz ohne Instrumente, allein mit ihren Stimmen!

Dem Mittagsimbiss anschließend fanden dann verschiedene Arbeitskreise statt, welche Raum für Informationsaustausch und Diskussion zuließen. Folgende Themengebiete wurden u.a. angeboten:

  • Auswirkungen von Berufsbildungs- und Qualitätsentwicklung
  • Wie durchlässig ist die berufliche Bildung?
  • Qualitätsentwicklung an berufsbildenden Schulen
  • Junge Berufspädagogen: Die Berufseinstiegsphase bewältigen durch Kommunikation und Netzwerkbildung.

Für uns alle war die Fahrt nach Bamberg ein besonderes Ereignis, nicht zuletzt auch dadurch, dass wir alle vor gar nicht allzu langer Zeit in Bamberg lebten und unser Studium absolvierten.

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